Datum: Dienstag, 5. Februar 2008
Fach / Thema: Finanzmanagement
Dozent: Konrad Gerster
Themenschwerpunkte / Vorgehensweisen:
Dieser 6. Unterrichtstag startete mit einer Fragerunde zu den Themen vom Vortag. Ein aktuelles Thema mit etlichen offenen Fragen und Unklarheiten stellt der Umgang mit der MwSt. dar. Die MwSt. und vor allen ihre „Nebenwirkungen“, wie Umsatzsteuer und Vorsteuerabzug, begleiteten uns den ganzen Kurstag über.
In der Folge kamen wir zu den Abschlussbuchungen. Sie sind nötig um über genaue Vermögenswerte zur Erstellung der Bilanz zu verfügen, und um den Gewinn in der Erfolgsrechnung Periodengenau auszuweisen.
Zu den Abschlussbuchungen zählen:
Bestandsänderungen
Lagerbewirtschaftung
Transitorische Buchungen
Wertberichtigungen
Naturalbezüge
Bestandesänderungen erfassen eine Zu- oder Abnahme des Wareninventars. Am Ende eines Geschäftsjahres müssen diese Veränderungen auf den Konten Warenlager/-vorräte und Warenaufwand berichtigt werden.
Auf dem Ausflug zum Thema Warenumschlag erkannten wir, dass die Umschlagshäufigkeit der Zahlungsfrist unserer Lieferantenrechnungen entsprechen sollte.
In diesem Zusammenhang haben wir die Definition für das berühmte „Tote Kapital“ im Warenlager kennen gelernt: bei Warenumschlagszahlen unter 12x pro Jahr ist das Kriterium für totes Kapital erfüllt.
Transitorische Buchungen
Trans. Aktiven belasten einen Teil einer schon im Voraus bezahlten Leistung im abzuschliessenden Jahr und übertragen das Teilguthaben für das kommende Geschäftsjahr in dessen Erfolgsrechung.
Trans. Passiven belasten eine erwartete Schuld noch dem laufenden Jahr und entlasten somit die Erfolgsrechnung des kommenden Geschäftsjahres, während welchem eine Rechnung gestellt werden wird.
Wertberichtigungen sind Abschreibungen auf dem Anlagevermögen. Unterschieden wird zwischen linearen und degressiven Abschreibungen.
Linear bedeutet, dass alle Jahre derselbe Betrag abgeschrieben wird. Linear abgeschrieben werden kurzlebige, nicht teure Güter (z. B. Geschäftsauto, Kleininventar, Waschmaschine)
Bei der degressiven Abschreibung bildet immer der Buchwert des Vorjahres die Basis zur Abschreibung. Degressiv werden teure, langlebige Güter abgeschrieben
(z. B. Lüftungsanlage, Lifte, Immobilien).
Wenn die Abschreibungen grösser sind als der effektive Wertverlust des Anlagevermögens durch den Verbrauchs- resp. Alterungsprozess entstehen stille Reserven. Sie sind unentdeckte Werte, welche erst bei einer eventuellen Veräusserung des Anlagevermögens wieder entdeckt werden. Diese Entdeckungen können aber auch zu einer unerwünscht hohen Steuerbelastung führen.
Merke: Abschreibungen sind der einzige Aufwand,
der nicht zu Geldabfluss führt!
Naturalbezüge gibt es nur in einer Einzelfirma. Nur bei dieser Geschäftsform führt die Buha das Konto Privat. Unter dem Jahr finden Bargeldbezüge statt, die jeweils sofort aus der Kasse ausgebucht werden. Zum Abschluss des Geschäftsjahres verlangt die Ausgleichskasse, dass noch verschiedene weitere Buchungen gemacht werden. Verbucht werden Naturalbezüge aus Küche und Keller, Mietaufwand wenn zum Restaurant/Hotel eine Wirtewohnung gehört, Fahrzeugbenützung wenn ein Geschäftswagen existiert und allg. Betriebsaufwand um in der Wirtewohnung zu heizen, zu telefonieren, Wasser und Strom zu haben etc.
Die Ausgleichskasse definiert verbindliche Sätze, welche anzuwenden sind (Unterschreitungen sind zwingend zu belegen).
Anschliessend haben wir uns noch mit der Darstellung von Bilanz und Erfolgsrechnung auseinandergesetzt. Dabei stellte die Bilanz keine grossen Probleme dar, da die Form der Darstellung gesetzlich vorgeschrieben ist.
Die Form der Erfolgsrechnung aber führte zu heftigen Debatten, da im G2 eine andere Darstellungsform zum non plus ultra erhoben worden war, als sie uns nun vorlag.
Die entscheidende Erkenntnis aus der ganzen Geschichte um die Erfolgsrechnung ist aber schlussendlich, dass jede gewählte Darstellungsart in Ordnung ist, wenn sie den innerbetrieblichen und den branchenvergleichenden Aspekten Rechnung trägt. Die Erfolgsrechnung ist ja weder Kunstform noch Selbstzweck, sondern ein Führungsinstrument, das klar definierte Informationen liefern soll. Art, Qualität und Menge der gewünschten Informationen definieren sich durch das Wesen des Betriebes und die Persönlichkeit des Unternehmers.
Zum Abschluss des Tages haben wir noch in die Bilanz und die Erfolgsrechnung des Hotelman im 10. Geschäftsjahr hinein geschnuppert (noch eine total neue Darstellungsweise einer Erfolgsrechnung!!!!!)
Erkenntnisse / Schlussfolgerungen:
Buchhalte, wem Buchhaltung gegeben!!
Markus Jacober
Mittwoch, 6. Februar 2008
Protokoll zum 6. Seminartag
Eingestellt von G3 Zürich 2009 um 10:57
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen